In Sonthofens Innenstadt herrschte am Sonntag der absolute Ausnahmezustand. Denn um 13.03 startete der Narrensprung 2011.
Über 160 Narrengruppe mit mehr als 5.500 Teilnehmern bahnten sich den Weg durch die abgesperrten Straßen und wurden von mehr als 20.000 Besuchern bejubelt. Von überall her tönten die Narrenrufe "Narri - Narro" oder "Schuri - Schura - Schurum". Wilde Hexen tanzten über den Asphalt, Teufel knallten mit Ihren Peitschen und Geister erschreckten die Kinder und Erwachsenen. Wer nicht aufpasste, wurde mit lila Schminke "gebrandmarkt" und durfte im Konfetti baden. Manchen Besuchern wurden gar die Mützen geklaut und wer Pech hatte, wurde sogar ganz vom Narrenzug mitgenommen...
Zwischendurch gab es witzige Showeinlagen: menschliche Pyramiden, Guggenmusik, Konfettikanone und vieles mehr. Auch das übliche Kamelle-Werfen hat natürlich nicht gefehlt.
Ein absolut gelungener Tag unter einem weiß-blauen Bayern-Himmel - was will man mehr?
Am Samstag um 19.00 Uhr trat das Narrengericht im Narrendorf in Sonthofen zusammen. Der Richter alias Sonthofens Polizeichef Karl Zirngibl wurde durch die Schöffen Bürgermeister Hubert Buhl und Landrat Gebhard Kaiser unterstützt. Auf der Anklagebank saß der Landtagsabgeordnete Dr. Leopold Herz. Verteidigt wurde er von Frau Sandra Fasolt vom Bund Deutscher Karneval.
Dem Angeklagten wurden folgende Vergehen vorgeworfen:
Nachdem Herz für diese Anklagepunkte keine schlüssigen Gegenargumente finden konnte und auch seine Verteidigerin nichts mehr für ihn tun konnte, beschloss das Narrengericht einstimmig:
Hängen und Fleddern auf dem Schindbock!
Nachdem er am Schindbock festgekettet und mehrmals durch die Luft gewirbelt wurde, wurde Herz mit Klebstoff angestrichen und in ein Federbad getaucht. Anschließend wurde er durch das komplette Narrendorf geführt...!